Drogenbeauftragte Ludwig für Drugchecking

Unsere neue Drogenbeauftragte, Daniela Ludwig (CSU), die sich, sagen wir mal, offen für Neues zeigt, hat sich laut Medienberichten mit Bundesgesundheitsminister Spahn über die Durchführung von Drug-Checking „verständigt“. Unter „Drug-Checking“ versteht man die chemische Analyse von „Partydrogen“ wie Cannabis und Ecstasy, um damit Konsumentinnen über gefährliche Inhaltsstoffe zu informieren. So können Personen eine selbstbestimmte Entscheidung fällen. Ist nun tatsächlich der politische Wille vorhanden, dieses Einzurichten?

Neu ist Drug-Checking bei weitem nicht. Schon das techno-netzwerk Berlin und Eve&Rave arbeitete in den 1990er Jahren ein Drug-Checking Konzept für die Bundesregierung aus, nachzulesen auf der Eve&Rave Webseite.

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Eve&Rave führte auch Drug-Checkings durch. Man konnte seine Pille in jeder Anlaufstelle der bundesweiten Aids-Hilfe abgeben. Das Projekt wurde von der Staatsanwaltschaft nach mehreren Jahren Ermittlung vor Gericht gezerrt. Das Gericht stellte damals fest: Das damalige Drug-Checking war korrekt und innerhalb des Rechtsrahmens abgelaufen. Öffentlichen Laboren wurde es durch eine Weisung verboten seriell Proben von Organisationen anzunehmen.

Leider wurden in den mehr als 5 Jahren Gerichtsverfahren die beteiligten Personen, darunter studierte Akademiker der Charitee, so sehr zermahlen, dass es keine Neuauflage gab.

Zur Zeit prüft natürlich die Polizei bzw. das Kriminalamt beschlagnahmte Drogen, vor allem um ein Strafmaß anhand von Mengen zu bestimmen. Die Analysen werden leider nicht öffentlich gemacht. Das wäre doch schon mal eine sehr schnell zugängliche und gute Datenbasis, wenn sie veröffentlicht werden würden!

Jahrelang haderte die Politik vor sich hin, um final sich mit der Fachtagung Drugchecking im Roten Rathaus weitere informationen zu holen. Das derzeitig angestossene Berliner Drug-Checking Programm musste offenbar zum dritten Mal sich eine rechtliche Stellungnahme geben lassen über die Durchführbarkeit. Bis dahin mangelte es an politischem Willen.

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Ist nun der politische Wille für ein flächendeckendes Drug-Checking Programm vorhanden?

Weitere Infos zum Berliner Drug Checking Programm: Webseite der Drug-Checking Initiative Berlin Brandenburg

via Ärzteblatt: Drogenbeauftragte will Drug-Checking von Partydrogen auch in Deutschland, veröffentlicht 10.1.2020

Foto: Daniela Ludwig am 27.06.18 in Berlin im Deutschen Bundestag. / Urheber: Tobias Koch (www.tobiaskoch.net)

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